Phänotypisierung und Microarraybasierte Genotypisierung des Antibiotika-Resistenzverhaltens von MRSA und MSSA aus Viertelgemelksproben klinisch gesunder Milchkühe [Phenotyping and microarray based genotyping of the antibiotic resistance of MRSA and MSSA from quarter milk samples of clinically healthy dairy cows]

in: Berliner und Münchener tierärztliche Wochenschrift (2013)
Hotzel, Helmut; Schlotter, Katharina; Ehricht, Ralf; Pfeffer, Martin; Monecke, Stefan; Donat, Karsten
Ziel dieser Untersuchung war es, in einer systematischen Stichprobe von Staphy- lococcus aureus-Isolaten aus Rohmilch klinisch gesunder Kühe eine umfassende Charakterisierung des Antibiotika-Resistenzverhaltens in vitro sowie der im Genom nachweisbaren Resistenzdeterminanten durchzuführen. In 34 Thüringer Milchviehbeständen wurden zweimalig Viertelgemelke sämtlicher klinisch inap- parenter, laktierender Tiere (n = 10 421 bzw. 10 413) bakteriologisch untersucht. 189 von insgesamt 1902 Staphylococcus aureus-Isolaten wurden ausgewählt und unter Anwendung der DNA-Microarray-Technologie als genotypisches und des Agardiffusionstests (AVID, 1998) als phänotypisches Resistenzprüfungsverfahren hinsichtlich ihres Resistenzverhaltens charakterisiert. Bei 135 Isolaten (31,4 %) wurde kein einziges der durch das Verfahren nachweisbaren Resistenzgene detektiert. Das Penicillin-Resistenzgen blaZ trat bei 21 Isolaten (11,1 %) auf, die im Agardiffusionstest alle als Penicillin-resistent eingestuft wurden. Nur vier Isolate (2,1 %) besaßen das Methicillin-Resistenzgen mecA und zählten daher als Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA). Diese gehorten zum klonalen Komplex CC398 und verfügten neben mecA auch über Tetrazyklin-Resistenzgene, wiesen sonst jedoch lediglich vereinzelt weitere Resistenzdeterminanten auf. Nur jeweils ein Isolat (0,5 %) verfügte über ein Makrolid- bzw. Aminoglykosid-Resis- tenzgen. Die vorliegende Untersuchung zeigt einerseits das (noch) begrenzte Resistenzpotenzial der aus klinisch gesunden Milchkühen isolierten Staphylococcus aureus. Zum anderen belegt die Studie, dass in Rohmilchproben zwar in geringer Menge MRSA detektiert werden konnen, diese jedoch nur über wenige andere Resistenzen verfügen.

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