Das Leibniz-IPHT organisiert internationale Konferenzen als Plattform für Kooperation und Karriere

Ob neue Diagnostikverfahren, innovative Lasertechnologien oder Karrierewege für Forschende – wissenschaftlicher Fortschritt entsteht im Austausch. Mit ICOB, ESULaB und „Women in Photonics“ organisiert das Leibniz-IPHT Konferenzen, die Wissen bündeln, Verbindungen schaffen und Talente fördern.

Internationale Konferenzen sind für das Leibniz-IPHT mehr als ein Forum für Fachvorträge – sie bringen Menschen zusammen. Sie ermöglichen es Forschenden, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Kooperationen anzustoßen und Talente frühzeitig in die internationale Forschungsgemeinschaft einzubinden. Zwei regelmäßige Formate stehen dabei im Zentrum: das European Symposium on Ultrafast Laser-driven Biophotonics (ESULaB) und der Karriere-Workshop „Women in Photonics“, der seit 2018 gezielt junge Wissenschaftlerinnen fördert.

„Unsere Konferenzen schaffen die Grundlage für langfristige Kooperationen und innovative Forschung“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-IPHT. „Sie bringen Wissenschaft, Industrie und Nachwuchstalente zusammen und fördern gezielt den Wissenstransfer in die Praxis“.

DNA Nanotechnology: ­Präzision im Nanomaßstab

Die DNA Nanotechnology 2024 am Leibniz-IPHT knüpft an eine lange Tradition an: Bereits seit 1999 organisiert das Team um apl. Prof. Dr. Wolfgang Fritzsche und Dr. Andrea Csáki aus der Forschungsabteilung Nanobiophotonik die internationale Fachkonferenz zur Molekularen Nanotechnologie. Seit 2005 findet alle zwei Jahre im Wechsel ein Workshop zur Molekularen Plasmonik statt. Im Zentrum standen 2024 DNA-Superstrukturen – winzige, selbstorganisierende Bausteine, die neue Möglichkeiten für Sensoren und gezielte Wirkstofftransporte eröffnen.

ICOB 2024: Zukunftsfragen der Biophotonik

Ein Highlight war der VII. International Congress on Biophotonics (ICOB) im März 2024. Mehr als 350 Expertinnen und Experten aus der Biophotonik kamen in Jena zusammen. Den Auftakt gab Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell, dessen Arbeiten zur superauflösenden Mikroskopie neue Möglichkeiten in der biomedizinischen Forschung ­geschaffen haben.

Die Themen reichten von KI-gestützter Bildgebung in der Medizin über lichtbasierte Diagnostik für Infektionskrankheiten bis hin zu optischen Sensoren für Umweltanalysen. Ein zentrales Ergebnis des Kongresses ist das ICOB-Whitepaper, das aktuelle Entwicklungen zusammenfasst und eine Roadmap für die nächsten zehn Jahre skizziert. „Die Biophotonik wird eine Schlüsselrolle spielen, um Diagnose- und Therapieverfahren in der Medizin zu verbessern“, betont Popp. „Mit dem Whitepaper schaffen wir eine gemeinsame Grundlage, um Forschung, Technologietransfer und Ausbildung international gezielt weiterzuentwickeln“.

ESULaB 2024: Neue Anwendungen ­ultrakurzer Laserpulse

Während die ICOB einen Überblick über die wichtigsten Themen der Biophotonik bot, konzentrierte sich die dritte Ausgabe des European Symposium on Ultrafast Laser driven Biophotonics (ESULaB) im September 2024 auf ultrakurze Laserpulse. Forschende aus 20 Ländern diskutierten unter anderem lasergestützte Materialanalysen für biomedizinische Anwendungen, neue Verfahren für die Echtzeit-Analyse zellulärer Prozesse sowie den Einsatz ultrakurzer Lichtimpulse zur Untersuchung molekularer Wechselwirkungen.

„Women in ­Photonics“: Sprungbrett für ­Wissenschaftlerinnen

Mit dem internationalen Karriere-Workshop „Women in Photonics“ setzt sich das Leibniz-IPHT seit 2018 für Nachwuchswissenschaftlerinnen ein. Das Konzept geht auf: Mit Dr. Maria Chernysheva und Dr. Corinna Kufner konnten bereits zwei herausragende Wissenschaftlerinnen als Nachwuchsgruppenleiterinnen gewonnen werden.

Chernysheva entwickelt ultrakurz gepulste Faserlaser für biophotonische Anwendungen, während Kufner, die 2024 von Harvard nach Jena kam, den Einfluss von Licht auf chemische Prozesse der Abiogenese erforscht – ein Schlüssel zum Verständnis der Entstehung biologischer Moleküle.

Auch Dr. Aleksandra Borek-Dorosz fand als Teilnehmerin von „Women in Photonics“ sowie der ICOB ihren Weg ans Leibniz-IPHT. Heute forscht sie als Postdoc im ERC-Projekt LIVE an lichtbasierten Methoden zur Analyse biochemischer Prozesse in Entzündungsreaktionen und entwickelt neue Ansätze für die Infrarot-Spektroskopie zur medizinischen Diagnostik.

„Seit meiner Promotion habe ich die Forschung am Leibniz-IPHT verfolgt, weil es für mich eines der führenden Zentren für klinisch ausgerichtete Photonik in Europa ist“, berichtet sie. „Bei der ICOB konnte ich wertvolle Kontakte knüpfen, unter anderem zu Prof. Ioachim Pupeza und seinem Team. Unser Austausch führte zu meiner heutigen Postdoc-Stelle am Leibniz-IPHT. Besonders beeindruckt hat mich, wie offen und unterstützend die Community hier ist – das hat mir den Einstieg enorm erleichtert.“