Optische Verfahren für molekulare Analyse und Bildgebung 

Unsere Forschung

Die Forschungsabteilung Spektroskopie / Bildgebung erforscht innovative optische und photonische Verfahren für die multiskalige Spektroskopie und multimodale Bildgebung. Ziel ist es, molekulare, zelluläre und strukturelle Informationen über verschiedene räumliche, zeitliche und spektrale Skalen hinweg zugänglich und für analytische und diagnostische Anwendungen nutzbar zu machen. Die Forschung adressiert konkrete Anwendungen in der Medizin, den Lebens- und Umweltwissenschaften sowie in der Qualitäts-, Prozess- und Pharmaanalytik. 

Der wissenschaftliche Schwerpunkt liegt auf neuen spektroskopischen und funktionellen Kontrastmechanismen sowie auf der gezielten Kombination komplementärer Verfahren, insbesondere von Raman- und Infrarotspektroskopie, oberflächenverstärkten Ansätzen sowie linearer und nichtlinearer optischer Methoden. Diese werden in mikro- und bildgebenden Formaten umgesetzt, um komplexe biologische, chemische und materialwissenschaftliche Systeme ortsaufgelöst zu analysieren. 

Ein zentrales Merkmal der Forschungsabteilung ist der konsequent verfolgte Sample-to-Answer-Ansatz. Neben der methodischen Erforschung werden alle Schritte der Analysenkette adressiert – von der Probenvorbereitung über die optische Messung bis zur automatisierten, KI-gestützten Auswertung. Ziel sind kompakte, robuste und automatisierbare Systeme mit einem hohen Technologie-Reifegrad für den dezentralen Einsatz. 

Die Forschungsabteilung arbeitet eng mit klinischen und technologischen Partnern zusammen und treibt die Überführung photonischer Methoden in anwendungsnahe Systeme voran, insbesondere für die Infektions- und Krebsdiagnostik. 

Forschungsschwerpunkte

Molekulare & funktionelle Kontrastmechanismen 

Erforschung neuer molekularer und funktioneller Kontrastmechanismen für spektroskopische und bildgebende Verfahren, insbesondere für labelfreie Analytik und Diagnostik

Raman-Spektroskopie & multimodale Bildgebung 

Raman-basierte und multimodale Instrumentierung für biomedizinische und materialwissenschaftliche Anwendungen mit System- und Workflow-Integration

Miniaturisierte & kompakte Detektionssysteme 

Erforschung kompakter, automatisierter und robuster photonischer Systeme auf Basis von Faser-, Mikrofluidik-, Chip- und nanopartikelbasierten Konzepten

Hochsensitive spektroskopische Sensorik 

Oberflächenverstärkte und hochsensitive spektroskopische Sensorik, darunter Raman-, Gas- und hohlkernfaserbasierte Konzepte für Bio- und Umweltanwendungen 

Datenanalyse & Mustererkennung 

Multivariate und multimodale Datenanalyse, Datenfusion, Mustererkennung sowie softwarebasierte Steuerung und Automatisierung photonischer Messsysteme

Raman-basierte Immun- &
Infektionsdiagnostik

Nachweis molekularer Veränderungen weißer Blutzellen sowie schnelle Charakterisierung pathogener Keime und Antibiotikaresistenzen mittels Hochdurchsatz- und Bioassays

Optische Onkologie und intraoperative Diagnostik

Entwicklung und kliniknahe Evaluation Raman- und multimodaler faserbasierter Systeme für die intraoperative Echtzeit-Gewebecharakterisierung zur Tumorranddetektion in der Chirurgie

Materialwissenschaftliche Spektroskopie & Bildgebung 

Untersuchung funktionaler, nanostrukturierter Materialien, Polymere, Soft-Matter-Systeme und Katalysatoren mit linearer und nichtlinearer (Mikro-)Spektroskopie und Bildgebung

Kooperationen und Netzwerke

Innerhalb des Leibniz-IPHT ist die Forschungsabteilung Spektroskopie/Bildgebung interdisziplinär eng vernetzt. Die datenbasierte Auswertung erfolgt in Kooperation mit der Forschungsabteilung Photonic Data Science; darüber hinaus besteht eine enge Verzahnung mit Technologiegruppen aus der Mikro- und Nanotechnologie, der Entwicklung optischer Spezialfasern sowie der Sensor- und Systemtechnologie

Die Forschungsabteilung ist darüber hinaus eng in nationale und internationale Forschungsnetzwerke eingebunden und übernimmt dort häufig koordinierende Rollen. Eine zentrale Zusammenarbeit besteht mit dem Universitätsklinikum Jena zur frühen Validierung photonischer Verfahren, insbesondere in der Infektionsdiagnostik und Onkologie. Prof. Dr. Dr. Jürgen Popp ist Lehrstuhlinhaber für Physikalische Chemie und Direktor des Instituts für Physikalische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Die Abteilung ist maßgeblich an strategischen Verbünden beteiligt, darunter das Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI), der Forschungscampus InfectoGnostics, der Leibniz-Forschungsverbund Gesundheitstechnologien. Darüber hinaus ist sie in zahlreiche nationale und internationale Großprojekte eingebunden, darunter DFG-Sonderforschungsbereiche, Forschungsgruppen und das Exzellenzcluster Balance of the Microverse an der Friedrich-Schiller-Unversität Jena. International ist sie unter anderem im Center for Biophotonic Technology and Artificial Intelligence (CeBAI) sowie in der Jena–Davis Alliance of Excellence in Biophotonics (JeDis) vernetzt und stärkt so die internationale Sichtbarkeit des Leibniz-IPHT. 

Ausgewählte Projekte

Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung

LPI: Forschungsinfrastruktur für lichtbasierte Diagnostik und neue Therapieansätze

Roboter-geführte automatische Tumorresektion

ARBOR: Objektive intraoperative Tumorranderkennung für präzise Resektionen

Diagnostik des Immunstatus bei bakteriellen Infektionen

RamanProImmun: Integrierte spektroskopische Plattform zur Blutinfektionsdiagnostik

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