Der Thüringer Forschungspreis in der Kategorie „Angewandte Forschung“ wurde gestern an eine Gruppe von Wissenschaftlern des IPHT verliehen. Dr. Riesenberg und sein Team erhielten die begehrte Auszeichnung für die Entwicklung eines miniaturisierten, linsenlosen Mikroskops. Die innovative Technologie zielt auf die Vor-Ort-Analyse von Blutproben und damit einer schnellen medizinischen Diagnostik.

Das linsenlose holografische Mikroskop wurde für einen Blood Cell Counter konzipiert. Als Lichtquelle dient eine einfache Laserdiode, wie sie für einen Laserpointer gebräuchlich ist. Mit einem digitalen Bildsensor werden Interferenzbilder von Blutzellen, die sich in einem Fluidik-Chip befinden, aufgenommen und mit Hilfe moderner Mikroprozessortechnologie in 3D-Bilddatensätze umgewandelt.

„Mit dem nur aus Chips bestehenden Mikroskop ist es uns gelungen, moderne Rechentechnologie und Optik in einem kompakten System zusammen zu bringen, dass in einigen Eigenschaften die optische Mikroskopie übertreffen kann. Darüber hinaus konnten wir ein robustes Analysegerät für die medizinische Vor-Ort-Diagnostik realisieren“, so Dr. Rainer Riesenberg, Leiter der IPHT-Arbeitsgruppe Sensorsysteme.
Mit Hilfe des Blood Cell Counters werden z. B. Mediziner online Veränderungen der Blutzellen erfassen können. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse helfen bei Diagnose und personalisierten Therapie-Entscheidungen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten eröffnen sich im Bereich der Vor-Ort-Analyse sowie perspektivisch auf dem Gebiet der Telemedizin.

Minister Wolfgang Tiefensee mit den Gewinnern des Thüringer Forschungspreises.

Minister Wolfgang Tiefensee mit den Gewinnern des Thüringer Forschungspreises.