Am 23./24. September fand das jährliche Symposium des BMBF-Forschungs- schwerpunktes Biophotonik statt. Etwa 200 Mediziner, Naturwissenschaftler und Wirtschaftsvertreter trafen sich in Ulm.

Optische Technologien werden die Medizintechnik maßgeblich verändern und prägen. Das war das Fazit des 6. Biophotonik-­Symposiums „Licht für die Gesundheit“. Bundesforschungsministerin Annette Schavan informierte sich vor Ort über neue optische Technologien im Kampf gegen Alzheimer, Sepsis und
Krebs.

In ihrer Ansprache an die Kongressteilnehmer betonte Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan den hohen Stellenwert der Biophotonik für die
Gesundheitsversorgung von morgen. „Krankheiten an der Wurzel packen, anstatt
Symptome zu lindern“ – für diese Vision investiere das BMBF in die Forschung, so
Schavan.

Konkrete optische Lösungen für die medizinische Praxis waren in der kongressbegleitenden Ausstellung zu sehen. Bei einem Rundgang erhielten die
Bundesministerin sowie Baden-­Württembergs Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg Einblicke in die laufenden Forschungsarbeiten. So will ein neuer Projektverbund unter Leitung des Darmstädter Unternehmens R-­Biopharm eine schnelle Identifizierung von Keimen in Infusionslösungen und Körperflüssigkeiten erforschen. Künftig kann durch den Einsatz dieses Verfahrens eine adäquate Behandlung einer lebensbedrohlichen Sepsis in kürzester Zeit erfolgen und so die derzeit noch sehr hohe Sterblichkeitsrate drastisch sinken.

Neue Hoffnung im Kampf gegen die bisher als unheilbar geltende Alzheimer-Krankheit verspricht ein neuartiger Ansatz, der frühe Krankheitsvorboten im Augenhintergrund sichtbar machen soll. Die Carl Zeiss AG entwickelt hierzu gemeinsam mit Forschungspartnern ein Verfahren, das die Augenlinse und Netzhaut des Patienten mit unschädlichem Laserlicht scannen soll. In der Praxis wäre somit erstmals eine Frühdiagnostik der Alzheimer-­Krankheit möglich, die zugleich die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben soll.

„Entscheidend für die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse der Biophotonik-Forschung in alltagstaugliche Anwendungen ist die Vernetzung von Wissenschaft, Medizin und Industrie. Das Symposium hat hierzu erfolgreich beigetragen“, so Tagungspräsident Prof. Dr. Jürgen Popp vom Institut für Photonische Technologien Jena (IPHT).

Mehr Information und Bilder finden sie unter:www.biophotonik.org/index.php?article_id=204&clang=0

 

(Bildquelle: Nik Schölzel/Forschungsschwerpunkt Biophotonik)

(Bildquelle: Nik Schölzel/Forschungsschwerpunkt Biophotonik)