Nanopartikel aus verschiedenen Materialien mit denen ein Krebstumor diagnostiziert, visualisiert und gleichzeitig bekämpft werden kann, waren das Kernthema der internationalen Tagung „Current Trends in Cancer Theranostics“ (CTCT-2016). Die zum zweiten Mal stattfindende Tagung wurde gemeinsam vom National Cancer Institute und der Vilnius University in Litauen sowie dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien Jena (IPHT) organisiert.

Mehr als 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 18 Ländern kamen vom 19. bis 23. Juni 2016 in Druskininkai / Litauen zusammen, um die Entwicklung von Krebstherapie und -diagnostik, kurz „Theranostik“, weiter voranzutreiben. Themenschwerpunkte waren neue Nanomaterialien zur spezifischen Tumormarkierung und Medikamentenfreisetzung, Bildgebungsverfahren zur Krebsdiagnostik und Trends in der Krebstherapie.

Die erste CTCT-Tagung, die 2015 in Jena stattgefunden hat, stieß auf viel Anklang bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dr. Vladimir Sivakov, Arbeitsgruppenleiter am IPHT und Programmkoordinator der CTCT-Konferenz setzte sich daher für eine Fortführung der Tagung ein.

Zur frühzeitigen Krebsdiagnose und für die Weiterentwicklung der personalisierten Krebstherapie müssen die derzeitigen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten verbessert werden. Ziel ist es, innovative Lösungen und neue Nanomaterialien zu finden, um die Therapiewirksamkeit zu erhöhen können und Nanomaterialien in die klinische Anwendung zu bringen. Dazu müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Physik, Materialwissenschaften, Biochemie und Biophysik, Medizin sowie Gerätebau eng zusammenarbeiten. „Die CTCT-Konferenz bietet eine einzigartige Plattform für diesen interdisziplinären Wissens- und Technologietransfer. Zudem soll die Tagung dazu dienen, neue internationale Ausbildungsstandards für Studienfächer mit Bezug zur Nanomedizin zu entwickeln“, so Sivakov.

Die Konferenz bildete gleichzeitig das Dach für die Jahrestagungen der drei großen europäischen Nanomedizin- und Biophotonik-Netzwerke: das Europäische Upconversion Network (COST-Action CM1403), das Europäische Biotechnologie Netzwerk und das Ostseestaaten Netzwerk „NanoPhoto“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das von Dr. Sivakov gegründete „NanoPhoto“ Netzwerk seit 2014. Das Netzwerk soll dazu beitragen die Entwicklung neuer Materialien für die Krebsdiagnostik und -therapie in Europa voranzutreiben.

Quelle: IPHT/V. Sivakov

Quelle: IPHT/V. Sivakov