Mehr als 60 internationale Wissenschaftler werden am IPHT von Donnerstag, 27. Mai bis Samstag, 29. Mai im Rahmen des „DNA-Based MicroNano Integration“ Symposiums über neuste Möglichkeiten von DNA als molekularer Baustein diskutieren. Das Symposium findet bereits zum 11. Mal in Jena statt.

DNA ist nicht nur der Träger der Erbinformation von Lebewesen, sondern auch ein hervorragender Baustein zur Erzeugung von Strukturen in Nanometerbereich. Dr. Wolfgang Fritzsche, Leiter der Forschungsabteilung Nanobiophotonik beschäftigt sich seit gut einem Jahrzehnt am IPHT mit den außergewöhnlichen Eigenschaften des Erbmoleküls und dessen Verwendung als molekularer Baustein. Mit Experten, u.a. aus den USA und Israel, diskutiert er in den kommenden Tagen wie sich DNA noch besser in den Bereich zwischen „nano“, das ist zirka 5.000 mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares und „mikro“, die derzeitige Größe von Schaltkreisen für Computertechnik, einbeziehen lässt.

Nach Vorstellung der Wissenschaftler könnten zukünftig Masken aus DNA für photolitographische Prozesse entwickelt werden. So liessen sich winzigste Strukturen für die Nanoelektronik oder ultrasensitive Bioanalytik herstellen. Janina Wirth, Doktorandin in Fritzsches Arbeitsgruppe, wird in ihrem Vortrag auf die Möglichkeiten eingehen wie sich Laserlicht gezielt nutzen lässt, um DNA Moleküle zu schneiden oder zu entfernen.

Aktuelle Arbeiten auf dem Gebiet integrierter mikroelektronischer Systeme und deren Anwendung in der Medizin oder Biotechnologie wird Professor Michael Heller aus San Diego in seinem Vortrag vorstellen. Er hat langjährige industrielle und akademische Erfahrungen im Bereich biomedizinischer Instrumentierung und ist Mit-Gründer dreier Technologiefirmen (Nanogen, Nanotronics und Integrated DNA Technologies).

Im Vorfeld des DNA-Symposiums findet ein Workshop der Jenaer Biochip
Initiative (JBCI) unter dem Thema “Neuartige Biomoleküldetektionstechniken” statt.

Das vollständige Programm zum Symposium finden sie hier. 

Prof. Michael Heller (links), Dipl.-Ing. Janina Wirth und Dr. Wolfgang Fritzsche

Prof. Michael Heller (links), Dipl.-Ing. Janina Wirth und Dr. Wolfgang Fritzsche