IPHT auf der Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin
Noch bis Sonntag präsentiert die Firma Stemme gemeinsam mit dem Institut für Photonische Technologien (IPHT) und der Firma Supracon AG auf dem Berliner Flughafen Schönefeld ein Arbeitsflugzeug (aus Kompositmaterialien) mit einem magnetischen Volltensorsystem, das mit bisher unerreichter Präzision Rohstoffe im Erdreich finden kann.
Dazu misst es kleinste Änderungen des Erdmagnetfeldes mit sehr hoher Auflösung, die das Vorhandensein von Bodenschätzen verraten. Auf dem Gemeinschaftsstand der Firmen Stemme, OHB Systems, Grob Aircraft, RST, ESG und DLR wird das Flugzeug Stemme S10 mit dem JESSY STAR genannten Messgerät im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtaustellung präsentiert.
Herzstück des Messsystems sind SQUID-Gradiometer aus dem Institut für Photonische Technologien (IPHT) Jena e.V. Sie sind so empfindlich, dass sie auch kleinste Änderungen des Erdmagnetfeldes detektieren und so Hinweise auf Bodenschätze geben können. Das System ermöglicht es, auf einem Millimeter noch Änderungen des Erdmagnetfeldes nachzuweisen, die mehr als eine Milliarde mal kleiner sind als das Erdmagnetfeld selbst. Trotz dieser enormen Empfindlichkeit arbeiten die SQUID-Gradiometer ohne aufwendige und teure Schirmung und können frei im Erdfeld bewegt werden. Der Sensormesskopf besteht aus insgesamt sechs solchen Gradiometern, welche die Gradienten des Erdmagnetfeldes (d.h. den Gradiententensor) messen. Die Messanordnung wird in einem Kühlgerät installiert, um die Sensoren auf Arbeitstemperatur (-269° Celsius) zu halten. Im Feldeinsatz wird das gesamte Messsystem auf luftgestützten Plattformen betrieben.
JESSY STAR kann sowohl von einem Hubschrauber als auch vom Flugzeug aus eingesetzt werden und hat sich bereits in weit über hundert Flugstunden und über 25.000 Flugkilometern bewährt. JESSY STAR und ihr Schwestersystem JESSY DEEP sind in der Lage, vom Helikopter aus Mineralien, Edelmetalle und sogar Diamantenablagerungen aufzuspüren.
Aufgrund seiner fachlichen Kompetenz auf dem Gebiet der SQUID-Sensoren ist das IPHT schnell zum Partner der Wahl für die größten Rohstoffunternehmen geworden, die von ihren Explorationsmaßnahmen höhere Sicherheit und größeren Nutzen fordern. Anglo American, einer der Weltmarktführer im Bergbau hat gemeinsam mit DeBeers, dem größten Diamantenunternehmen der Welt, für die nächste Generation ihrer luftgestützten Erkundung das IPHT als Partner gewählt und hat nach einer Begutachtung der gegenwärtig am Markt verfügbaren alternativen bzw. der in Entwicklung befindlichen Systeme einen strategischen Vertrag abgeschlossen.
Neben wertvollen Rohstoffen lassen sich mit den SQUID aber auch Zeugnisse menschlichen Ursprungs in der Erdkruste nachweisen und so bisher ungehobene archäologische Schätze zutage fördern. Auch die Hinterlassenschaften unserer Vorfahren verändern die magnetischen Eigenschaften des Bodens durch hohe Temperaturen im Boden oder der Aktivität von magnetotaktischen Bakterien bei Verrottungsprozessen. In der mongolischen Steppe deckten Forscher des IPHT mit dem Gerät unter anderem eine historische Stadtanlage aus der Mandschu-Zeit auf. Darüber hinaus wird die IPHT-Innovation weltweit an verschiedenen archäologisch interessanten Stellen (neben Deutschland u.a. in Österreich, England, Peru) eingesetzt und findet dabei höchste Anerkennung.
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