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Lebensrettende Technologien aus Thüringen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Leibniz-IPHT und des Technologieunternehmens Micro-Hybrid Electronic GmbH aus Hermsdorf produzieren in der Corona-Pandemie unter Hochdruck Sensoren für Beatmungsgeräte

Im Reinraum überträgt eine Mitarbeiterin Mikrostrukturen mittels UV-Licht in einen Fotolack. Foto: Avocado Film

Eine Mitarbeiterin beim Nasschemischen Ätzen von Mikrostrukturen von Infrarotsensoren und weiteren Dünnschichtbauelementen. Foto: Avocado Film

Im AVT-Labor (Aufbau und Verbindungstechnik) werden die Infrarotsensoren getestet, inspiziert, vereinzelt und für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Foto: Avocado Film

Sie fliegen ins All und liefern den Schlüssel zur Erforschung von Planeten. Nun helfen sie, Leben zu retten im Kampf gegen die Corona-Pandemie: Infrarotsensoren aus dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena. Zusammen mit elektronischen Bauteilen des Technologieunternehmens Micro-Hybrid Electronic GmbH aus Hermsdorf kommen sie zum Einsatz in Beatmungsgeräten, die derzeit auf der ganzen Welt händeringend gebraucht werden. Das spürt man auch in Jena und Hermsdorf: Dort arbeiten die hochspezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz aller geltenden Einschränkungen mit voller Kraft daran, die lebensrettende Technologie zur Verfügung zu stellen. Hunderttausend Beatmungsgeräte mehr - allein für die USA Dreimal so viele Beatmungsgeräte wie sonst soll der US-Konzern General Electric an Intensivstationen in Krankenhäusern auf der ganzen Welt ausliefern. Allein die USA haben hunderttausend zusätzliche Beatmungsgeräte angefordert. Dazu brauchen sie die Unterstützung aus Thüringen. „Ohne unsere Sensoren keine funktionstüchtigen Beatmungsgeräte“, bringt es Dr. Knuth Baumgärtel, Geschäftsführer der Micro-Hybrid Electronic GmbH, auf den Punkt. Der weltweite Technologieführer im Bereich elektronischer Mikrosysteme arbeitet bereits seit zwei Jahrzehnten eng mit dem Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologien zusammen. „Die Infrarotsensoren haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an unserem Institut über lange Jahre weiterentwickelt und optimiert, so dass sie heute zu den besten der Welt gehören“, sagt Prof. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-IPHT. Regelmäßig sind die Jenaer Sensoren an Bord von Weltraum-Missionen, zuletzt etwa zum Mars und zum Merkur. Das technische Prinzip ist das gleiche, ob im All oder auf der Intensivstation, erläutert Dr. Kay Dietrich, der am Leibniz-IPHT die Arbeitsgruppe leitet, in der die Infrarotsensoren gefertigt werden. „Sie messen die ankommende Infrarot-Strahlung.“ Umgerechnet kann diese sowohl verraten, welche Temperatur ein Körper hat — zum Beispiel ein Planet — als auch, wie es um einen Patienten steht. Im Beatmungsgerät detektiert der Sensor, wie sich der Kohlenstoffdioxid-Anteil im Atem verändert. „Daran erkennt man, wie hoch die Atemfrequenz ist und ob sich der Gasaustausch im Normzustand befindet“, so Kay Dietrich. Zu Ostern im Reinraum Mit einem modernen Reinraum und der langjährigen Expertise bringt das Leibniz-IPHT optimale Voraussetzungen für die Sensorfertigung mit. Trotzdem ist die aktuelle Situation auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort eine große Herausforderung. „Unser Team versucht mit aller Kraft, die Produktion hochzufahren“, berichtet Dr. Uwe Hübner, der am Institut das Kompetenz-Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien leitet. Selbst am Wochenende und zu Ostern arbeiten seine gut zwei Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran, die Sensoren für die Kolleginnen und Kollegen bei der Micro-Hybrid Electronic GmbH herzustellen. „Eine großartige Leistung“, betont Direktor Jürgen Popp. „Ich bin stolz und danke unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr, dass wir auch in diesem Ausnahmezustand unsere Partner weiter so gut unterstützen können.“ So sieht es auch Dr. Knuth Baumgärtel. „Wir halten die Produktion am Laufen, um Leben zu retten. Und wir sind froh und dankbar, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseren Entschluss solidarisch mittragen.“ Bei der Micro Hybrid Electronic GmbH in Hermsdorf seien die Türen derzeit 24 Stunden an sechs Tagen in der Woche geöffnet, berichtet der Geschäftsführer. So lässt sich der Kontakt untereinander besser minimieren. „Die Gesundheit unseres Teams zu schützen, steht für uns an erster Stelle. Und wir wollen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größtmögliche Flexibilität in der Arbeitszeit und für die Organisation der Kinderbetreuung bieten.“

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