Auszeichnung für translationale Spektroskopie: Jürgen Popp wird Ehrenmitglied der SAS
Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien und Professor für Physikalische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, ist von der Society for Applied Spectroscopy (SAS) als Ehrenmitglied aufgenommen worden. Die Honorary Membership der SAS zählt zu den höchsten internationalen Ehrungen in der Spektroskopie.
Von der Grundlagenforschung Richtung Klinik
Die SAS würdigt insbesondere Popps Arbeiten zur Überführung spektroskopischer Methoden in medizinische Anwendungen. Im Zentrum stehen Verfahren der Raman-Spektroskopie, die molekulare „Fingerabdrücke“ von Zellen und Körperflüssigkeiten schnell, labelfrei und ohne aufwendige Probenvorbereitung erfassen.
In der Krebsdiagnostik erforschen Popps Teams gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Jena Verfahren, die Tumorgrenzen während einer Operation in Echtzeit sichtbar machen könnten. Ziel ist es, Gewebe direkt im OP spektroskopisch zu analysieren, sodass Chirurginnen und Chirurgen präziser zwischen gesundem und krankem Gewebe unterscheiden und Tumore exakter entfernen können. Perspektivisch könnten lichtbasierte Ansätze sogar eine Entfernung ganz ohne Skalpell ermöglichen.
In der Infektionsdiagnostik arbeiten die Forschenden – ebenfalls in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum – an laserbasierten Schnelltests, die Krankheitserreger identifizieren und Antibiotikaresistenzen bestimmen sollen. Bei lebensbedrohlichen Infektionen wie einer Sepsis zählt jede Stunde; die erforschten Verfahren zielen darauf ab, diese Diagnostik von Tagen auf wenige Stunden zu verkürzen.
Spektroskopie für personalisierte Medizin
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf der Nutzung spektroskopischer Daten für die personalisierte Medizin. Durch wiederholte, nicht-invasive Messungen – etwa von Blut, Speichel oder Urin – lassen sich individuelle molekulare Profile erstellen, die Veränderungen im Zeitverlauf sichtbar machen. In Kombination mit KI-gestützten Modellen könnten solche Ansätze dazu beitragen, Krankheiten früher zu erkennen und Therapien stärker an den einzelnen Patienten anzupassen. Das Konzept eines „Personalized Optical Digital Twin“, das Popp im Rahmen der europäischen Technologieplattform Photonics21 mitentwickelt, verfolgt genau dieses Ziel: pathologische Veränderungen erkennen, bevor Symptome auftreten.
Mit der Honorary Membership der SAS erhält Popp eine der höchsten internationalen Anerkennungen in der Spektroskopie. Zugleich verweist die Auszeichnung auf die wachsende Bedeutung biophotonischer Verfahren für die Medizin.
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