Marie-Skłodowska Curie-Stipendiat unterstützt Forschung am IPHT
Im Rahmen des Marie-Skłodowska-Förderprogramms der Europäischen Kommission (Research Executive Agency, REA) forscht Dr. Michael Vetter am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT) innerhalb der nächsten zwei Jahren an einem neuen Verfahren zur Herstellung von kristallinen Siliziumdünnschichtsolarzellen auf Glas.
Für die Herstellung von Solarzellen wird hochreines Silizium benötigt, das einen Großteil der Kosten bei der Solarzellenherstellung verursacht. Neue Entwicklungen in der Diodenlasertechnologie haben eine Möglichkeit eröffnet, mit der dünne, elektronisch hochqualitative Siliziumschichten direkt auf Glas kristallisiert werden. Dadurch kann gegenüber der klassischen Siliziumwafertechnik eine Siliziumeinsparung von rund 90 Prozent erreicht werden. Bislang schneidet man Siliziumscheiben von einem massiven Siliziumstab ab, die in weiteren Prozessschritten zu Solarzellen verarbeitet werden. Schon bei der Waferherstellung entsteht so etwa 50 Prozent Abfall, der durch die neue Technologie vermieden werden könnte. Die neue Technologie kann für die Solarzellenherstellung genutzt werden, aber auch für andere elektronische Anwendungen, wie etwa Flat-Panel-Displays und Sensoren, weiter entwickelt werden.
Dr. Vetter ist seit vielen Jahren in der Photovoltaik tätig und bringt in den nächsten zwei Jahren die Erfahrung aus seiner Arbeit an verschiedenen Universitäten und der Photovoltaikindustrie in Deutschland, Spanien und Italien in die wissenschaftliche Arbeit am IPHT ein. Neben seiner Arbeit am IPHT wird Dr. Vetter eng mit der Polytechnischen Universität von Katalonien (UPC) in Barcelona zusammen arbeiten, um die industrielle Verwertung der neuen Technologie voranzutreiben.
Marie Skłodowska-Curie Stipendium
Seit 2014 werden im Namen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen, ein Teil des europäischen Forschungsrahmenprogramms HORIZON 2020, Forscherinnen und Forscher und unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht oder ihrer Nationalität Stipendien für einen Forschungsaufenthalt im europäischen Ausland erhalten. Im Rahmen der Kategorie „experienced researchers“ werden auch Industrievertreter, die wieder in der Wissenschaft arbeiten möchten, aufgerufen, ihre in der Industrie gesammelten Erfahrungen in die Wissenschaft einzubringen. Von den insgesamt 7.409 Bewerbern erhielten im aktuellen Förderzeitraum 1.305 ein Stipendium.
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