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Lichtbasierte Technologien 
befördern Innovationen in den Lebenswissenschaften

Schwimmt Mikroplastik in unserem Trinkwasser? Können wir mit unserem Handy Hauterkrankungen diagnostizieren? Brauchen Diabetiker sich bald nicht mehr zu pieksen, um ihren Blutzucker zu messen? Und welches Antibiotikum hilft welchem Patienten am besten? Antworten auf diese und weitere Fragen erforschen Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus der Industrie in vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekten. Sie nutzen Licht als Werkzeug, um Lösungen für Herausforderungen aus der Medizin, Umweltanalytik und Lebensmittelsicherheit zu erforschen. Zum aktuellen Stand ihrer Projekte tauschten sich mehr als 165 Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des diesjährigen Statustreffen zum Thema „Photonik in den Lebenswissenschaften“ am 28. November 2018 in Hamburg aus.

 

Beim Statusseminar 2018 tauschten sich mehr als 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Forschungsprojekten aus dem Bereich "Photinik in den Lebenswissenschaften" aus, die vom BMBF gefördert werden. Foto: Leibniz-IPHT

Kompaktes Mikroskop für die schnelle Gewebediagnostik, das ein Wissenschaftlerteam vom Leibniz-IPHT mit weiteren Partnern im Projekt MediCars erforschte. Das BMBF förderte das Projekt von 2009 bis 2013. Foto: Sven Döring

„Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Ergebnisse möglichst schnell für die Anwendung in der Praxis umzusetzen“, erläutert Professor Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena, der das Statustreffen der 45 derzeit laufenden Verbundprojekte beim Gastgeber Beiersdorf AG mit eröffnete. „Diesen Transfer von Innovationen unterstützt das BMBF, indem es Projekte fördert, die das Potential haben, in der Diagnostik und Therapie gewinnbringend eingesetzt zu werden, die Umweltanalytik zu verbessern oder die Qualität von Lebensmitteln zu sichern.“ Für die Erforschung bildgebender Verfahren, um Krankheiten präzise diagnostizieren und gezielt behandeln zu können, ist Jürgen Popp gemeinsam mit seinem Wissenschaftlerteam in diesem Jahr mit dem Berthold-Leibinger-Innovationspreis sowie dem Kaiser-Friedrich-Forschungspreis ausgezeichnet worden.

Photonische Technologien für lebenswissenschaftliche Anwendungen sollen künftig weiterhin im Fokus der Forschungsförderung stehen. So sollen zum Beispiel im Rahmen einer neuen Förderrunde zum Thema „Computer-aided Photonics“ Algorithmen zur Auswertung von Daten, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Big Data erforscht werden. 

Das Leibniz-IPHT ist an vier der 45 Projekte beteiligt, die zum Statustreffen ihre Ergebnisse präsentierten. So erforschen Jenaer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  — unter anderem gemeinsam mit Partnern der Spec Sensor GmbH aus Jena, dem SRH Waldklinikum Gera und der Beiersdorf AG — Sensoren, mit deren Hilfe sich Smartphones nutzen lassen sollen, um Hauterkrankungen zu diagnostizieren (Projekt DermaSpec). Im ebenfalls vom BMBF geförderten Projekt endoCARS arbeitet ein Forscherteam vom Leibniz-IPHT daran, neue spektroskopische Verfahren mit Endoskopie- und Laser-Systemen einzusetzen, um Neurochirurgen dabei zu helfen, Tumore besser zu erkennen und zu entfernen. Im Projekt Exasens schließlich arbeitet ein Jenaer Wissenschaftlerteam mit weiteren Leibniz-Instituten ein Schnellsystem, das Patienten mit chronisch-entzündlichen Atemwegserkrankungen helfen soll, anfallartige Krankheitsverschlimmerungen früher vorauszusagen — einfach zu handhaben und mobil einsetzbar, so dass es auch Patienten zugute kommt, die etwa auf dem Land leben und einen erschwerten Zugang zu medizinischer Versorgung haben. 

 

Über das BMBF-Programm „Photonik Forschung Deutschland – Licht mit Zukunft"

Im Januar 2012 startete das aktuelle Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Unterstützung der Photonik für die folgenden 10 Jahre. Die Bundesregierung stellte darüber in den ersten sechs Jahren jährlich ca. 100 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung in der Photonik zur Verfügung.

Photonik in den Lebenswissenschaften ist eines der im Programm explizit genannten Handlungsfelder. Es werden Fragestellungen zu Medizin, Umweltanalytik und Lebensmittelsicherheit untersucht. Um hier erfolgreich zu sein, sind ein hoher Grad an Interdisziplinarität und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie erforderlich. Die Ergebnisse sind exzellente wissenschaftliche Erkenntnisse, die zu neuen marktfähigen Produkten führen können und somit Arbeitsplätze sichern. Die Forschungsförderung durch das BMBF ermöglicht hier KMU-geprägten Branchen, wie der Medizintechnik, der Biotechnologie oder der Umweltanalytik, sich auch im internationalen Wettbewerb zu behaupten und Weltmarktführerpositionen zu erreichen.

 

 

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