Die genaue Messung und Regelung von Temperatur ist eine wesentliche Voraussetzung für ein CO₂-armes Energiesystem und damit für die Ziele des European Green Deal. Die faseroptische Thermometrie bietet dafür großes Potenzial: Sie ermöglicht verteilte Temperaturmessungen auch in extremen Umgebungen und ist unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Feldern.

Für einen breiten Einsatz in Energiewirtschaft und Industrie bestehen jedoch noch wesentliche Hürden. Faseroptische Thermometer reagieren nicht nur auf Temperatur, sondern auch auf andere Einflussgrößen wie Dehnung, Vibration oder Feuchtigkeit. Hinzu kommen Alterungseffekte, die die Zuverlässigkeit der Messungen beeinträchtigen können.

Das Projekt schafft daher eine europäische metrologische Infrastruktur, um diese Einschränkungen systematisch zu untersuchen, zu quantifizieren und zu minimieren. Ziel ist es, faseroptische Thermometrie rückführbar, belastbar und praxistauglich zu machen.

Dafür adressiert das Vorhaben Forschung, Prüfung, Kalibrierung und Wissenstransfer gleichermaßen. Dazu gehören Arbeiten zu Messunsicherheiten, industrielle Fallstudien, Kalibrierdienstleistungen und Leitfäden sowie Schulungsangebote für relevante Anwendergruppen.