Entzündliche Erkrankungen, etwa infolge von Infektionen, stellen weltweit eine erhebliche medizinische Herausforderung dar. Viele etablierte Therapiekonzepte sind durch eingeschränkte Biokompatibilität, geringe Organspezifität und relevante Nebenwirkungen limitiert. Vor diesem Hintergrund besteht ein hoher Bedarf an neuen, gezielten und zugleich verträglichen pharmakologischen Ansätzen.

Der Sonderforschungsbereich CRC POLYTARGET verfolgt das langfristige Ziel, zelltypspezifische polymerbasierte Nanopartikel als Wirkstoffträger zu entwickeln, die gezielt in entzündliche Prozesse eingreifen. Diese Nanopartikel sollen sowohl direkt gegen Pathogene wirken als auch schädliche Begleitreaktionen des Immunsystems modulieren. Durch die Verkapselung neuartiger Wirkstoffe in gewebespezifische Trägersysteme lassen sich lokale wie systemische Entzündungsreaktionen adressieren und zugleich entfernte Organe schützen. Auf diese Weise deckt POLYTARGET ein breites Spektrum entzündlicher Erkrankungen bis hin zu schweren systemischen Verläufen wie der Sepsis ab.

Das Teilprojekt B04 leistet hierzu einen methodischen Beitrag auf der Nanoskala. Mithilfe der spitzenverstärkten Raman-Spektroskopie (Tip-Enhanced Raman Spectroscopy, TERS) werden Oberflächeneffekte, strukturelle Veränderungen und Verkapselungsprozesse in Blockcopolymer-Nanostrukturen hochaufgelöst untersucht. Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen Polymermatrix, Wirkstoff und Umgebung detailliert zu verstehen und strukturelle Veränderungen während der Formulierung und Anwendung präzise nachzuverfolgen. Diese nanoskalige Charakterisierung ist eine zentrale Voraussetzung für die rationale Optimierung polymerbasierter Nanopartikel als Wirkstoffträger.

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Projektnummer 316213987.