Das Forschungsprojekt SINABSE verfolgt das Ziel, einen neuroinspirierten Rechenkern zu entwickeln, der vollständig auf faseroptischen Komponenten basiert. Im Mittelpunkt steht ein neuartiger Ansatz der rein optischen Datenverarbeitung, bei dem die Erzeugung optischer Frequenzen nicht nur als Lichtquelle, sondern als aktive Rechenressource genutzt wird.

Der geplante Rechenkern ist direkt in optische Fasern integriert und arbeitet ohne elektronische Zwischenschritte. Dadurch lassen sich komplexe Bild- und Signalinformationen mit extrem hoher Geschwindigkeit und geringer Latenz verarbeiten. Inspiriert von neuronalen Netzwerken werden optische Nichtlinearitäten, spektrale Freiheitsgrade und die intrinsische Dynamik faseroptischer Systeme gezielt für Informationsverarbeitung und Mustererkennung eingesetzt.

Ein zentraler Anwendungsschwerpunkt liegt in der Biophotonik. Hier soll die entwickelte Technologie neue Möglichkeiten für ultraschnelle spektroskopische Verfahren eröffnen und insbesondere kameralose zytometrische Analysen ermöglichen, bei denen biologische Proben in Echtzeit optisch ausgewertet werden. Ziel ist es, kompakte, robuste und autonome Systeme zu schaffen, die sich für den Einsatz in Labor- und perspektivisch auch in klinischen Umgebungen eignen.

Das Projekt wird im Rahmen des NEXUS-Programms (Ausschreibung 2021) von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert.

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